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Wie Engel uns begleiten, Das Wesen der Engel

Leseproben des Propheten Jakob Lorber

Wie Engel uns begleiten

Das Wesen der Engel

 [GEJ.07_056,05] (=Großes Ev. Johannes) Jetzt aber bei Tage bemerkte Nikodemus erst so recht die blendende Schönheit Raphaels und konnte sich nicht satt sehen an ihm. Nach einer Weile des innern, tiefen Staunens sagte er zu Mir: "Aber Herr und Meister, wo ist denn dieser überirdisch schöne Jüngling her? Wie heißt er denn? Nein, ich habe noch nie eine ähnliche männliche Schönheit gesehen! Unweit von ihm steht zwar auch, wenn man es recht betrachtet, ein gar sehr liebliches Mädchen; aber wie irdisch ist es doch gegen diesen schon überhimmlisch schönen Jüngling! Seine Goldlocken, wie sie so schön geordnet über seinen ganz ätherisch weichen Nacken, der beinahe schneeweiß ist, herunterwallen! Welch eine unbeschreibliche Anmut in seinem Angesicht! Wie weich, voll und zart und sanft seine Arme und Füße! Es ist an ihm alles so geordnet und gewählt, wennschon ganz einfach, daß ich als ein Ältester der Stadt und des Tempels noch nie auch nur in einem Traume etwas Ähnliches gesehen habe. Wahrlich, dieser Jüngling kann kein Kind dieser Erde sein! Wenn er nach dem Muster der Cherube, die im Allerheiligsten des Tempels die Lade bewachen, Flügel hätte, so wäre er ein vollkommener Engel Gottes!"
 06 Sagte Ich: "Meinst du denn wohl, daß die Engel Gottes Flügel haben müssen, um Engel zu sein? Da bist du noch in einer sehr großen Irre! Hatten die drei Männer, die zu Abraham kamen, Flügel? Oder hatten das die Jünglinge, die den Lot retteten, oder der Engel, der den jungen Tobias führte? Mir ist es nicht bekannt, daß in der Schrift von ihren Flügeln irgend eine Erwähnung geschieht. Auch der Engel, der dem Abraham erschien, als er seinen einzigen Sohn Isaak opfern sollte, und ihn davon abhielt, hatte nach der Schrift keine Flügel.
 07 Nur die beiden ehernen Cherube mußte Moses als vorbildlich dahin entsprechend mit Flügeln darstellen, um für die damals noch sehr sinnlichen Juden anzudeuten, daß die reinen Geister aus den Himmeln Gottes sich in allem höchst schnell bewegen - im Denken, Beschließen, Handeln und Vollbringen. Nun kennt der natürliche Mensch der der Erde keine schnellere Bewegung als den Flug der Vögel in der Luft mittels ihres Flügelpaares, und so hat denn auch Moses, um den Menschen die Schnelligkeit des Geistigen zu versinnlichen, den Cheruben die Flügel machen müssen nach der Anordnung Gottes. Sonst aber in der Wirklichkeit hat kein Engel Gottes je ein Paar Flügel gehabt.
 08 Der Flügel bedeutet also nur den hohen Grad der Weisheit und Kraft alles rein Geistigen, aber nicht, als müßte ein reiner Geist sich auch gleich einem Vogel auf ein Geheiß Gottes vom Himmel auf die Erde herab- und von da wieder zurückbewegen. Übrigens gab es im wahren Himmel niemals irgendeinen Engel, der nicht zuvor ein Mensch auf irgendeiner Erde gewesen wäre. Das aber, was ihr euch unter den als reine Geister geschaffenen Engeln sehr irrig vorstellet, ist nichts als die auswirkenden Kräfte und Mächte Gottes, durch die Gottes Allgegenwart, in aller Unendlichkeit wirkend, bekundet wird, die sich aber kein Mensch unter einem Bilde vorstellen soll, weil das Unendliche aus Gott für jedes begrenzte Wesen der Wahrheit nach unvorstellbar ist, was hoffentlich doch nicht schwer zu begreifen ist.
 09 Weil aber ein jeder Mensch seiner Seele nach berufen ist, ein wahrer Engel der Himmel Gottes zu werden, so kann dieser schöne und keuscheste Jüngling ja auch ebensogut ohne Flügel auf dieser Erde sein, wie Ich Selbst nun im Fleische als der alleinige Herr Himmels und der Erde bei euch bin und euch Selbst lehre und dabei dennoch die ganze Unendlichkeit erhalte. Übrigens steht es aber ja geschrieben: ,Zu derselben Zeit werdet ihr die Engel Gottes auf und nieder steigen sehen, die dem Herrn dienen werden!‘ Und also kann dieser Jüngling auch ganz gut ein Engel sein. - Was ist da deine Meinung?"

Menschen werden von Engeln unsichtbar geleitet

 [GEJ.06_190,03] Wenn es für die werdenden Menschen dieser Erde gut und zu ihrem Seelenheile notwendig wäre, so wären wir auch beständig sichtbar unter den Menschen; da aber das nicht der Fall ist, so dürfen wir die Menschen nur ungesehen leiten, auf daß ihr freier Wille keine Nötigung erleide. Denn niemand kann vor Gott bestehen, wenn er nicht zuvor eine gerechte Zeitlang wie von uns ganz isoliert die vollste Lebensfreiheitsprobe in seinem Fleische durchgemacht hat. Das ist des Herrn Liebe, Weisheit und Wille, und es muß demnach alles also geschehen, bestehen und sein; und geschieht, besteht und ist etwas nicht also, so ist es auch so gut wie ein pures Nichts. Wenn ihr Menschen aber von nun an also leben und handeln werdet, wie es der Herr haben will, so werdet auch ihr nach der Ablegung eures Fleisches das werden und sein, was wir nun sind; denn auch wir waren einmal auf irgendeinem Weltkörper das, was ihr nun seid.

Schon von der Zeugung an ist kein Mensch alleine

 [Er.01_050,05] (=Erde und Mond)… Diese Geister aber sind das, was ihr "Schutzgeister" nennt, und es sind Engel und große Engel, die alle da Einfluß nehmen: und da gibt es keinen Menschen, der nicht wenigstens drei Schutzgeister, zwei Engel und einen großen Engel hätte, über die noch ein Siebenter wacht, Den ihr schon wohl kennet!
 06 Diese Schutzgeister und Engel sind vom Augenblicke der Zeugung fortan um die neu gezeugte Seele und sorgen unablässig für die ordnungsmäßige Ausbildung derselben.

Der Mensch vor und nach der Reife

 [GEJ.02_137,13] Sage Ich: "Höre, du Meine allerliebste Jarah, Ich sehe wohl in dein Herz und lese es darin, wie sehr du Mich liebst, und kenne auch deine Treue; aber du bist nun noch mehr ein Kind als ein erwachsenes Mädchen. Bis jetzt warst du gleichfort unter dem Schutze Meiner Engel, und die bösen Geister der Welt konnten sich dir nicht nahen; wenn aber deine Jahre reifer werden, dann wirst du aus deiner eigenen Kraft der argen Welt und ihren Gelüsten widerstehen müssen, um dadurch nach Meiner für alle Wesen gestellten unwandelbaren Ordnung aus dir selbst den festen Boden zu gewinnen, auf dem du dich Mir erst wahrhaft im Geiste und in aller Wahrheit wirst nahen können. Und sieh, da hat die Welt eine starke Macht über den Menschen, weil die Welt von der Hölle aus zum größten Teile beherrscht wird, und es kostet da der Seele manch harten Kampf, um nicht von ihrem eigenen Fleisch und Blut und dadurch dann auch von der Welt verschlungen zu werden!
 14 Deine Gestalt ist eine sehr schöne. Bald werden die Weltjungen ihre Augen auf dich werfen und dir Herz und Hand bieten, und es wird dir schwer werden, ihnen zu begegnen. Wenn aber solche Zeit kommen wird, dann gedenke in deinem Herzen Meiner und alles dessen, was du auf dieser Höhe alles gehört und gesehen hast, und der Sieg über die Welt wird dir ein leichter werden!"
 15 Sagt die Jarah etwas traurig: "Aber das muß Dir ja doch schon von Ewigkeit her klar sein, ob ich Dir je ungetreu werden könnte!? Und siehst Du in mir eine künftige Untreue, wie magst Du mich lieben? Und kannst Du es einer künftigen Sünderin gestatten, daß sie sich Dir naht?"
 16 Sage Ich: "Das ist für dich, Meine allerliebste Jarah, noch viel zu hoch! Aber Ich werde dir aus besonders großer Liebe zu dir dennoch etwas sagen: Sieh, Ich kann zwar alles wissen schon von Ewigkeit her, was mit einem Menschen wird, wenn Ich es wissen will; aber auf daß der Mensch in der Reife seiner Jahre völlig frei und unbeirrt handeln kann, so ziehe Ich auf eine bestimmte Zeit Meine Augen von ihm ab und nehme keine Wissenschaft von seinem freien Handeln, außer er bittet Mich inständigst, ihm zu helfen beim freien Kampfe mit der Welt. Da sehe Ich Mich nach ihm um, helfe ihm auf den rechten Weg und verleihe ihm beim Kampfe mit der Welt die nötige Kraft.
 17 Und sieh, so will Ich für dich auch keinen Blick in die Zukunft tun, auf daß du frei bleibst in deinem Handeln; aber dafür belehre Ich dich nun, auf daß du zur Zeit der Versuchung dich alles dessen werktätigst erinnern magst. Auch der Schutzengel wird dich in solcher Zeit allein lassen; wenn du aber über die Welt vollends wirst aus deiner Kraft gesiegt haben, dann wird er wieder zu dir treten und wird dir dienen in allen Dingen. - Hast du, Meine allerliebste Jarah, das wohl so ein wenig verstanden?"

Vom Einfluß der Engel auf die Menschen

 [GEJ.02_039,06] Du kannst aber, wenn du sie auch nicht siehst (die Engel), mit ihnen reden und kannst sie fragen um allerlei, und sie werden dir die Antwort in dein Herz legen, die du allzeit als einen klar ausgeprägten Gedanken im Herzen vernehmen wirst. Und das ist besser denn die äußere Rede! Ich sage es dir: Ein Wort, das dir ein Engel in dein eigenes Herz gelegt hat, ist für deine Seele heilsamer als tausende Worte, durch das Ohr von außen her vernommen! Denn was du im Herzen vernimmst, das ist schon dein Eigentum; was du aber von außen her vernimmst, das mußt du dir erst zu eigen machen durch die Tat nach dem vernommenen Worte.

Die Engel und die Willensfreiheit der Menschen

 [GEJ.10_054,08] So Ich nicht durch Meine Engel die Menschen, die schon von Natur aus eines besseren Sinnes und Willens sind, beschützen ließe, da würde es wohl wenig unbesessene Menschen auf dieser Erde geben! Aber darauf sollen sich die Menschen nicht allzusehr verlassen, weil Meine Engel dem Willen der Menschen keine Zügel anlegen. - Das demnach auch zu eurer Beachtung!"

Gottes Wirken durch die Geister

 [Er.01_042,03] Die Menschen können wohl Häuser bauen, Kleiderstoffe bereiten und Werkzeuge machen; aber die Materie dazu können sie nicht machen. Sie können kein Gras machen, kein Gesträuch und keinen Baum und ebensowenig ein Tier; aber die durch und durch lebendigen Geister und Engel können das wohl, weil sie zu dem Behufe mit jener Kraft aus Mir ausgerüstet sind, um solches in Meinem Namen vollführen zu können.
 04 Wie aber einzelne Intelligenzen in einer und derselben Art wirken können und wirken, andere Intelligenzen wieder in einer anderen Art - und das alles unter der Direktion höherer Geister -, wollen wir in mehreren leicht faßlichen Beispielen sonnenklar und handgreiflich dartun.

Von der Besessenheit

 [Er.01_058,16] Manchmal können ein Fleisch auch mehrere Geister in Besitz nehmen, wo sie jedoch vorher freiwillig anzeigen müssen, daß sie darin einzig ihre Heilung suchen, - und es wird ihnen dann gewährt, wie sie es wünschen, und das darum, weil solche Geister dem Rate der Engel, sich lieber gleich an den Herrn zu wenden, nicht folgen, sondern gewöhnlich hartnäckig darauf bestehen, behaupten und beweisen, daß sie nur durch diesen Weg zu dem Herrn gelangen können. Und so wird es ihnen denn auch zugelassen, wie sie es wollen; denn die Engel unterrichten alles auf empirische Weise.

Engel sortieren unreine Früchte aus

 [GEJ.01_242,10] Seht, Ich lasse durch Meine Engel sogar in jedem Jahre bei allen Fruchtbäumen, von deren Früchten die Menschen Nahrung nehmen, allersorgfältigst eine Ausmusterung vornehmen, der zufolge kein Apfel, keine Birne und keine was immer für Namen habende Frucht, die in der Blüte angesetzt wurde, zur Reife gelangen darf, in der sich irgendein für die Fruchtstufe noch zu unreiner Geist eingeschwärzt hat; jede solche Frucht wird als noch völlig unreif vom Baume oder Strauche geworfen.
 11 Dieselbe Fürsorge geschieht bei allen für die menschliche Nahrung bestimmten Getreidearten und Pflanzen.
 12 Aber der blinde Mensch erkennt solches nicht nur nicht, sondern frißt noch über alles das gleich einem Polypen alles, was ihm nur irgend leckerisch vorkommt; was Wunder, wenn er darauf in Kürze krank, träge, mühselig, krüppelhaft und also über und über elend wird!?


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