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Jesus kennen lernen, Der elfjährige Jesus bei der Arbeit

Leseproben des Propheten Jakob Lorber

Jesus kennen lernen

Der elfjährige Jesus bei der Arbeit

 [JJ.01_297,01] (=Jugend Jesu) Von da an blieb das Kind Jesus zu Hause, verhielt Sich ruhig und gehorsam und verrichtete auch kleine Arbeiten.
 02 Es tat keine Zeichen ein ganzes Jahr hindurch, - also bis in Sein vollends elftes Jahr.
 03 Im elften Jahre aber verübte Es wieder drei bedeutende Wunderwerke, und diese sollen hier kurz folgen.
 04 Im Frühjahre ging dem Joseph auf einige Tage der Brennholzvorrat aus.
 05 Er sandte darum Jakob und Jesus, weil diese am meisten Zeit hatten, in einen nahen Wald, daß sie allda Reisig sammeln sollten.
 06 Die beiden gingen und taten emsig, was ihnen Joseph anbefohlen hatte.
 07 Jakob aber tummelte sich gar sehr, und es blieb für Jesus wenig zu sammeln; denn Jakob griff Jesu überall vor.
 08 In solchem seinem Eifer aber geschah es, daß er nach einem buschigen Reisig griff, unter dem sich eine giftige Natter befand.
 09 Die Natter biß den Jakob in die Hand, da fiel Jakob um vor Schmerz und Entsetzen. Die Hand schwoll plötzlich auf, und Jakob bog sich rücklings und gab Zeichen des Todes.
 10 Da sprang Jesus hinzu, blies in die Wunde, und mit Jakob war es augenblicklich besser.
 11 Die Natter aber wurde entsetzlich aufgetrieben und zerplatzte in tausend Stücke!
 12 Darnach aber sprach Jesus zum Jakob: "Eile mit Weile!-In aller Weltarbeit, wenn sie zu eifrig betrieben wird, liegt der Tod!
 13 Daher ist es besser, zu sein faul für die Welt, aber um so eifriger für den Geist zu sein bei jeder Gelegenheit!
 14 Also aber sollen die Weltfleißigen stets den Tod ihrer Seele in ihrem Eifer ums Irdische finden!
 15 Ich aber werde die Weltmüßiggänger aufsuchen und werde sie in Meinen Dienst nehmen für ewig; und denen, die nur eine Stunde des Tages gearbeitet haben, werde Ich gleichen Lohn geben mit denen, die den ganzen Tag über fleißigst gearbeitet haben!
 16 Wohl jedem Faulenzer für die Welt; wehe aber jedem Fleißigen in den Geschäften der Welt! Der erste wird sein Mein Freund - und der zweite Mein Feind!" -
 17 Jakob merkte sich diese Worte und lebte darnach und machte sich nichts daraus, wenn er auch öfter den Namen "der Faule und Träge" bekam;
 18 aber er war von da an desto eifriger in seinem Herzen mit Jesum beschäftigt und gewann endlos viel dabei. -
 19 Bald darauf, in zwei Tagen, starb einer Nachbarin, die eine Witwe war, ihr einziges Söhnchen, und sie weinte viel darum.
 20 Da ging Jesus mit Seinem Jakob auch dahin, zu besehen den verstorbenen Knaben.
 21 Da Er aber die heftig weinende Witwe sah, da dauerte sie Ihn, und Er ergriff den toten Knaben bei der Hand und sprach: "Kephas! - Ich sage dir, stehe auf, und betrübe nimmer das Herz deiner Mutter!"
 22 Hier stand der Knabe plötzlich auf und begrüßte lächelnd alle Anwesenden.
 23 Da war es aus bei der Witwe, und sie sprach: "O wer doch ist dieser Sohn Josephs, daß er mit einem Worte vermag die Toten zu erwecken?! - Ist er ein Gott, oder ein Engel?!"
 24 Jesus aber sprach zur Witwe: "Frage nicht weiter, sondern gebe dem Kephas Milch, auf daß es vollends besser werde mit ihm!"
 25 Und die Witwe ging sobald und brachte erwärmte Milch dem Knaben, - und dieser ward darauf vollends gesund.
 26 Da wollten alle Jesum anzubeten anfangen; Er aber eilte davon, traf andere Kinder und spielte mit ihnen auf eine sehr weise Art. -
 27 Als Er aber also da spielte, da fiel bei einem andern Hause, das da von einigen Stadtzimmerleuten ausgebessert ward, ein Mensch, brach sich das Genick und war sogleich tot.
 28 Da kamen sogleich eine Menge Menschen zusammen und betrauerten den Unglücklichen, und es war da ein großer Lärm.
 29 Als Jesus diesen Lärm hörte, da ging Er mit dem Jakob auch hinzu, drängte Sich bis zum Toten und sagte zu ihm:
 30 "Mallas! - Ich sage dir, stehe wieder auf und arbeite! - Nagle aber deine Latten besser an, sonst fällst du noch einmal!
 31 Denn es kommt nicht darauf an, wie viel du gearbeitet hast, sondern wie du gearbeitet hast! - Im Neide aber ruht allzeit der Tod!"
 32 Darauf entfernte Sich Jesus schnell wieder, und der Tote stand wieder also gesund auf und arbeitete also kräftig weiter, als wäre ihm nichts geschehen. - Die Worte Jesu aber behielt er in seinem Herzen. - -
 33 Diese drei Wunder geschahen nacheinander in kurzer Frist, und alle Nachbarn wollten darum Jesum anzubeten anfangen.
 34 Jesus aber untersagte ihnen solches und ließ Sich darauf etliche Wochen nicht sehen im Dorfe.
 35 Im Hause Josephs aber wurden die drei Taten wohl gemerkt, und es ist viel darüber geredet worden. -

Jesus rettet die Ehebrecherin

 [GEJ.06_197,01] (=Großes Ev. Johannes)Aber während sie so nachsannen, da brachten ihre ausgesandten Schergen eine Ehebrecherin zu ihnen, die auf frischer Tat ertappt wurde und nun nach Mosis gesteinigt werden sollte, - was aber von den gegenwärtigen Pharisäern, wenn die Ehebrecherin eine Reiche war, stets in eine große Geldbuße umgewandelt wurde. Und war sie arm, aber jung und schön, so ward sie gewöhnlich gestäupt und mußte dann den Templern dienen; eine Alte und Häßliche aber war ja schon durch die Natur vor dem Ehebruch gesichert. Die gegenwärtige Ehebrecherin aber war noch sehr jung, aber arm und wollte sich bei dieser Festzeit von einem sehr reichen Fremden einen ausgiebigen Notpfennig verdienen, um sich dann leichter fortzubringen. Diese wäre dem Tempel offenbar auch verfallen gewesen, wenn Ich nicht da gewesen wäre, und wenn die Templer nicht genötigt gewesen wären, sie zu einem Hauptmittel zu gebrauchen, um Mich durch dasselbe nach ihrer Meinung ganz sicher zu fangen.
 02 Also diese arme Ehebrecherin ward von den weisesten Pharisäern sogleich vor Mich hingestellt und somit in die Mitte des Volkes, das Mich natürlich von allen Seiten dicht umgab. Joh.8,3)
 03 Und als das Weib, von der Todesangst geplagt, nun vor Mir stand, da fragte Mich einer der hochweisen Pharisäer: "Dies Weib ist auf frischer Tat im Ehebruch ergriffen worden. (Joh.8,4) Moses hat uns in einem Gesetze geboten, solch eine Person zu steinigen, - und Mosis Gesetz ist soviel wie Gottes Gesetz. Was sagst du nun dazu?" (Joh.8,5)
 04 Es versteht sich von selbst, daß sie das nur darum taten, um Mich dahin zu versuchen, daß Ich teils durch das harte Gesetz Mosis und teils durch Meine Rede von der großen Barmherzigkeit Gottes des Vaters und auch durch Meine ihnen wohlbekannte Güte gegen die Sünder in eine nach ihrer Rechnung unvermeidliche Verlegenheit käme, sie dann eine Sache wider Mich fänden und dann dem Volke, wie schon bemerkt, mit großem, feierlichem Pompe sagen könnten: ,Da seht nun den großen Betrüger und Volksverführer, den wir nun mit Recht ergreifen und der Gerechtigkeit überliefern!‘
 05 Aber Ich gab ihnen auf ihre Frage so schnell, wie sie solche haben wollten, keine Antwort, sondern bückte Mich nieder und schrieb der Sünderin Schuld in den Sand des Bodens (Joh.8,6); denn es gab bei so großen Festen stets viel Sandes am Boden, weil der Tempel erst nach dem ganz verstrichenen Feste wieder gefegt wurde und der Kehricht darauf verkauft ward an allerlei abergläubische Juden.
 06 Als aber die Pharisäer und die Tempeljuden mit ihren Fragen anhielten, da richtete Ich Mich auf und sagte zu ihnen: "Es ist vollkommen wahr, daß Moses ein solches Gesetz gegeben hat; aber die, die solch eine Sünderin zu steinigen das Recht hatten, mußten ohne Sünde sein, - das stehet auch geschrieben! Wenigstens mußte der, welcher den ersten Stein nach der Sünderin warf, völlig rein und ohne Sünde sein! Wer also unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein nach dieser Sünderin! (Joh.8,7) Gottes Barmherzigkeit leidet dadurch keinen Schaden; denn Moses gab dem Menschen weise Gesetze. Wer sie kennt und nicht beachtet, der hat sich selbst gerichtet und sein Todesurteil besiegelt."
 07 Darauf bückte Ich Mich wieder zu Boden und schrieb wie zuvor. (Joh.8,8)
 08 Als sie aber solche Worte von Mir vernahmen mit denen sie nicht gerechnet hatten, und ihr Gewissen ihnen sagte: ,Ihr seid ja selbst vielfache Sünder und Ehebrecher, und alles Volk kennt euch als das!‘, da sagte vom Größten bis zum Geringsten keiner ein Wort mehr, und ein jeder verließ, so geschwind er nur konnte, den Tempel und zog sich hinaus.
 09 Nun war nach einigen Augenblicken von den Pharisäern und Tempeljuden und von den Leviten und Knechten und Schergen niemand mehr in der Mitte des Tempels als Ich und die Sünderin und natürlich weit herum im Kreise das Volk und Meine Jünger alle. (Joh.8,9) Da staunte das Volk ganz wohlgemut, wie Ich die Pharisäer mit ganz wenigen Worten aus dem Felde in die Flucht getrieben hatte.
 10 Und mehrere sagten ganz laut: "Oh, die hätten nur einen Stein aufzuheben brauchen, so hätten wir sie zerrissen, diese alten Sündenböcke! Denn ein Sünder kann und darf besonders einen viel kleineren schon gar nie richten."
 11 Bei dieser Gelegenheit richtete Ich Mich wieder ganz auf und sah niemand von den Richtern im Kreise, sondern das Weib nur, das da hätte gesteinigt werden sollen.
 12 Und Ich fragte es: "Nun, wo sind denn deine Verkläger? Hat dich denn niemand verdammt?" (Joh.8,10)
 13 Sagte die Ehebrecherin: "Nein, Herr, es hat mich niemand verdammt, sondern sie gingen alle eiligst hinaus!" (Joh.8,11)
 14 Darauf sagte Ich zu ihr: "So verdamme auch Ich dich nicht! Aber gehe nun hin in deine Heimat und sündige hinfort nicht mehr! Denn wo du sündigst, wird es dir übel ergehen!" (Joh.8,11)
 15 Da dankte die Sünderin für die ihr erwiesene Gnade, bat Mich aber, daß Ich ihr einen Rat geben möchte, wie sie sicher nach Hause käme; denn sie fürchte dennoch, daß die Schergen der Pharisäer ihr unterwegs aufpaßten und ihr Übles zufügten.
 16 Da sagte Ich: "Habe keine Furcht vor ihnen; denn sie werden froh sein, dir nicht so leicht unters Gesicht zu kommen! Gehe nun aber unters Volk, das wird dich schon schützen und dich ganz wohl nach Hause bringen! Da sieh nur dorthin gegen den Vorhang des Tempels, und du wirst sie alle sehen, die ehedem da standen! Denn sie wurden draußen von dem Volke befragt, was es denn gegeben habe, daß sie alle so eilig aus dem Tempel flöhen. Sie schämten sich aber, die Wahrheit zu sagen, machten dann eine plumpe Ausrede und kehrten bei dem Tore, das gegen Morgen geht, wieder ganz still zurück. Aber gehe du nun nur unters Volk, das an Mich glaubt, und du wirst ganz wohlbehalten bleiben! Ich werde das Volk nun weiter lehren, und da werden sie sich gleich wieder melden und zu Mir vordringen; denn sie haben nun einen um so größeren Grimm auf Mich, weil Ich sie beschämt und dich aus ihren Klauen gerettet habe. Aber gehe nun nur getrost dahin, wohin Ich dich beschieden habe, sei fromm und sündige hinfort nicht mehr!"
 17 Da ging sie schüchtern hin unters Volk, und das nahm sie gut auf und flößte ihr unter lauten Drohungen gegen die Pharisäer Mut ein.

Jesus erzählt, wie er sich allzeit um das seelische Wohl der Menschen bemüht

 [GEJ.10_012,02] Siehe, Der nun in Mir mit dir spricht, der sprach auch schon also mit dem ersten Menschenpaare dieser Erde und gab ihm ganz dieselben Gebote, die Ich euch des einen, wahren Gottes und Herrn ganz vergessen habenden Menschen nun wieder gebe; aber die mit einem vollkommen freien Willen begabten Menschen ließen sich nur zu leicht und zu bald von der Welt und ihrem verlockenden Geiste blenden, flohen Gott und taten nach ihren Gelüsten. Dadurch verfinsterten sie ihre Seelen und verstockten ihre Herzen.
 03 Ich sandte allzeit Boten aus den Himmeln, daß sie belehrten die verblendeten Menschen; nur wenige achteten ihrer, die große Menge wollte nichts von ihnen hören und wissen.
 04 Ich erweckte von Zeit zu Zeit mit Meinem Geiste Männer und Jünglinge, die das Volk belehrten und sie zur alten Wahrheit zurückzuführen sich alle Mühe gaben. Nur wenige hörten sie an, und noch wenigere kehrten sich danach; die große Menge aber verfolgte sie, quälte sie und tötete sie sogar.
 05 Ich unterließ es auch nicht, ein zu entartetes Volk mit großen und kleinen Züchtigungen und Gerichten heimzusuchen. Diese besserten aber auch nur wenige auf eine Zeitlang; nur zu bald trat wieder der arge Weltgeist an Meine Stelle.
 06 Als zur Zeit Mosis dem israelitischen Volke auf Sinai in der Wüste von Mir unter Blitz, Donner und Feuer wieder von neuem Gesetze gegeben wurden, da horchte es anfangs wohl unter Furcht und Zittern auf Meine weithin wohlvernehmbaren Worte, - als aber die Verkündigung eine längere Zeit hindurch währte, da wurde das Volk zum Teil daran gewöhnt und machte sich nicht mehr viel daraus. Zu einem andern Teile aber ward es des anhaltenden Belehrens überdrüssig und bat Mich, daß Ich fürs ganze Volk nur Moses allein Meinen Willen offenbaren solle, - es werde ihn dann schon von ihm vernehmen und befolgen; das Volk aber wolle sich unterdessen von dem Berge Sinai, weil es allda zu furchtbar zugehe, entfernen und in einem weit davon gelegenen Tale seine Wohnhütten aufrichten.
 07 Es ward das dem Volke nach längerem Flehen gewährt; aber es währte gar nicht lange, als das Volk Meiner und der großen Szenen am Berge Sinai völlig zu vergessen begann, sich aus dem vielen, aus Ägypten mitgenommenen Golde ein Kalb goß, dann um dasselbe tanzte und ihm göttliche Verehrung erwies.
 08 Ich zeigte solches Moses an, entsandte ihn zum Meiner gar nicht mehr gedenkenden Volke und ließ es gewaltig züchtigen in der Art, wie das Moses darauf genau beschrieben hat.
 09 Dann kehrte das Volk wohl wieder zu Mir zurück; aber es gab unter ihm stets viele, die sich von allerlei argen Weltgelüsten verleiten ließen, ein und das andere Meiner Gebote zu übertreten und also gegen Meine Anordnungen zu sündigen.
 10 Es mußten von Moses zeitliche Strafen auf die Übertretung Meiner Gebote und Anordnungen festgesetzt werden, um das Volk in der Ordnung zu erhalten.
 11 Als das Volk später aus der Wüste in das Gelobte Land geführt wurde und dasselbe wie aus Meiner Hand in Besitz nahm, da ward es durch weise Richter, die mit Mir in stetem Verbande und Verkehr standen, also nahe völlig von Mir Selbst durch eine geraume Zeit hin regiert und ward unter Meiner persönlichen Regierung groß und mächtig, und sein Wohlstand war größer denn der jedes andern Volkes in der Welt.
 12 Da ward es übermütig und sah auf den Glanz der andern Völker, die von einem Weltkönige tyrannisch beherrscht wurden. Der eitle Weltglanz verblendete es, - es wollte auch glänzen, ward mit Meiner Regierung unzufrieden und verlangte durch den mit Meinem Geiste erfüllten Richter Samuel einen Weltkönig, und es beging so die größte und gröbste aller Sünden.
 13 Und so fiel es dann stets tiefer, obschon Ich es nie unterlassen habe, es stets durch erweckte und von Meinem Geiste erfüllte Propheten zur Besserung und zur Buße zu ermahnen und ihm die Folgen zu verkünden, die es durch seine Verstocktheit zu gewärtigen haben werde; und also handelte Ich bis jetzt mit diesem Volke und kam nun Selbst, mit Fleisch angetan.
 14 Sieh aber nun die übergroße Anzahl der Juden an, die, statt Mich anzunehmen und an Mich zu glauben - da Ich doch überall Mich als Den, der Ich sicher bin, durch nie erhörte Wundertaten und Zeichen über jeden Zweifel hinaus bemerkbar mache -, Mich hassen, verfolgen, zu ergreifen und diesen Meinen Leib zu töten trachten!
 15 Wenn aber für die geistige Bildung der Menschen stets ohne Unterlaß von Mir aus zu allen Zeiten und überall also gesorgt wurde, wie Ich es dir nun in aller Kürze gezeigt habe, - wie magst du als ein mit vieler Vernunft wohlversehener Römer Mich fragen, warum Ich erst jetzt zu euch Menschen kam, um das Reich Gottes, welches da ist ein Reich des ewigen Lebens, bei euch nur wenigen zu gründen!?
 16 Wandere hin in alle Länder, die dir bekannt sind und deren Bewohner irgend vermöge ihres Herzens nur einigermaßen fähig sind, Meine Lehre anzunehmen, und erkundige dich, ob sie sogar in dieser Zeit ohne Kunde von Meinem Hiersein und Wirken sind!
 17 In vielen dir noch unbekannten Ländern und Reichen aber haben die besseren Menschen innere Gesichte von dem, was nun hier ist und geschieht. Nur irgend in den verborgensten Winkeln der Erde ganz verwildert lebende, wahre Tiermenschen können keine Kunde von Mir erhalten, weil sie für deren Aufnahme noch lange nicht fähig sind; doch mit der Zeit soll auch für sie gesorgt werden.

Jesus belehrt Heidenpriester

 [GEJ.10_102,03] Sagte Ich: "Freunde, Ich bin nicht in diese Welt gekommen, um Mich von den Menschen ehren, preisen und loben zu lassen, sondern darum, daß alle Menschen durch Mich und in Mir Den wieder finden und erkennen sollen, den sie durch ihre eigene Schuld verloren und gänzlich verkannt haben, und daß sie erkennen sollen Seinen Willen und handeln und leben nach demselben. Wer Mich denn wahrhaft ehren, preisen und loben will, der nehme Meine Lehre an und handle und lebe nach ihr!
 04 Aber solange ihr eure ehernen, steinernen und hölzernen Götzen verehret, werdet ihr zum wahren Lebenslicht aus Gott nicht gelangen, Ihn in Mir nicht erkennen und sonach auch keinen Teil an Seinem Reiche haben, das in Mir aus den Himmeln nun auf diese Erde gekommen ist."
  05 Hierauf sagte einer, der noch sehr an der Vielgötterei hing: "Es wäre alles recht nach deinem Worte, und wir würden für uns mit unsern Göttern auch bald fertig werden; aber was wird dann das Volk tun und was sagen zu uns, die wir es waren, die mit aller Redekraft und auch mit allerlei Zeichen eben dem Volke die Götter als daseiend und wirkend anpriesen und es zur Verehrung derselben antrieben? Das Volk hängt noch sehr an dem, was es von Kindheit an sich zu eigen gemacht hat, und es wird wohl schwer werden, ihm das Gehabte völlig zu nehmen und dann dafür etwas anderes und Besseres zu geben."
 06 Sagte Ich: "Das hängt alles von eurem Willen ab! Die Wahrheit begreift sogar ein Kind eher denn etwas, das falsch und somit eine Lüge ist; also wird ein erwachsener Mensch die Wahrheit sicher wohl noch um so eher begreifen und sie sich mit Liebe aneignen. Es kommt daher jetzt nur auf euren Willen an, und dann wird euch schon Mein Wille helfen, ein rechtes Werk in Meinem Namen zustande zu bringen.
 07 Doch einen Zwang von Mir aus erwartet nicht; denn von Mir aus hat ein jeder Mensch einen vollkommen freien Willen und kann tun, wie es ihm beliebt. Doch wehe dereinst dem, der die Wahrheit wohl erkannte, sie aber dennoch der Weltvorteile wegen von sich verbannte, nicht nach ihren Grundsätzen gehandelt, sondern sie am Ende noch verfolgt hat mit Feuer und Schwert. Wahrlich, für den wäre es besser, so ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er dort in ein Meer versenkt würde, da es am tiefsten ist!
 08 Daß an euren Göttern samt ihren durch Menschenhände erzeugten Abbildern nichts ist, und in der Weise, wie ihr sie betrachtet, tausend Male nichts, das ist klar; denn was da noch auf dem Wege der alten Entsprechungen irgendeinen inneren, geistig lebendigen Sinn hatte, das ist schon seit gar lange her in den dicksten und finstersten Unsinn und so denn auch in eine barste Lüge verwandelt worden.
 09 So Ich euch nun die volle Wahrheit über das Dasein des einen, allein wahren Gottes wiederbringe und euch Seinen Willen bekanntgebe, so lasset denn auch ab von euren völlig nichtigen Götzen und schaffet hinweg ihre Abbilder, - nehmet die Wahrheit an!
 10 Und habt ihr sie angenommen, dann gebet sie auch denen, die schon lange nach ihr sehr hungern und dürsten, und sie werden euch darum nicht zu Feinden werden, sondern zu wahren Freunden nur; denn da sie euch nicht verfolgt haben, wo ihr ihnen lauter Arges erwiesen habt, so werden sie euch sicher um so weniger verfolgen, wenn ihr ihnen Gutes für ihr diesirdisches, und noch mehr für ihr jenseitiges Leben erweisen werdet in Meinem Namen.
 11 Wie Ich aber heiße, und wer Ich so ganz eigentlich bin, das werdet ihr alle leicht und bald erfahren."
 12 Hierauf sagte einer der Heidenpriester: "Höre, du wundersamer Meister in der Kraft deines Willens und Wortes! Du hast gestern bald nach deiner Ankunft in unserer Herberge dem Wirte alle seine Kranken geheilt, von welcher Tat wir bald volle Kunde erhielten, und wir nun auch des Glaubens sind, daß so etwas zu bewirken nur mit der sichern Hilfe eines wahren Gottwesens möglich ist. Daß du aber solch einer Mithilfe auch stets gewärtig sein wirst, das läßt sich von selbst denken und am Ende auch begreifen; weil aber das sicher der Fall bei dir ist, so möchten wir nun auch hier von dir ein Zeichen von der Macht deines Wortes und Willens gewirkt sehen! So auch wir darin einen Beweis haben, da wollen wir noch heute alle unsere Götter zerstören und im Tempel des Zeus dem einen, allein wahren Gott der Juden nach der Weise Mosis und Aarons ein Opfer darbringen."
 13 Sagte Ich: "Eines solchen Opfers bedarf nun der eine, allein wahre Gott nicht nur der Juden, sondern aller Menschen, aller Kreaturen und Dinge wahrlich nimmer. In allen jenen Opfern war in der inneren, rein geistigen Entsprechung nur Ich Selbst vorgebildet und das Gottesreich, das Ich nun nicht fürs Fleisch und Blut, sondern für die Seelen und für den Geist der Menschen auf dieser Erde gründe.
 14 So Ich nun aber Selbst vor jedermanns Augen hier unter euch Menschen umherwandle, so ist die Schrift denn auch erfüllt, und es bedarf da keines Weitern mehr, das Mich in Mir entsprechender Weise vorbilden sollte.
 15 Das neue, Mir wohlgefällige Opfer aber bestehe einzig und allein nur darin für alle Zukunft, daß ihr Menschen an Mich glaubt, Gott über alles in Mir liebt und eure Nebenmenschen wie euch selbst durch Haltung Meiner Gebote.
 16 Ihr sollet Mir keine Tempel von Holz, Steinen und von Gold und Silber erbauen und Mich darin ehren durch allerlei eitle, nichtige Zeremonie, an der Ich nie ein Wohlgefallen hatte und nie haben werde; der rechte Tempel, darin ihr Mich ehren sollt, sei euer Mich liebendes Herz! Wer Mir im Herzen durch die Werke der Liebe zu Mir und zu seinem Nächsten opfern wird, dessen Opferung wird bei Mir allein einen Wert haben, und Ich werde ihn belohnen mit dem ewigen und seligsten Leben in Meinen Himmeln.
 17 Also sollet ihr auch Mir zu Ehren keinen Festtag und tatlosen Feiertag einsetzen; denn ein jeder Tag ist Mein, und ihr sollet an jedem Tage Meiner gedenken und in Meinem Namen Gutes tun.
 18 So ihr aber Mich um etwas bittet, so sperret euch in ein Kämmerlein und bittet im Verborgenen, und Ich werde erhören eure Bitte, - also spricht der Herr Gott Zebaoth zu euch Menschen.
 19 Also hinweg mit all den Tempeln, Götzen, mit all den Festtagen und mit all der nichtigen und wertlosesten Zeremonie; aber dafür errichtet wahre, Mir wohlgefällige Tempel in euren Herzen, und bringet Mir Opfer der reinen uneigennützigen Liebe! Machet gut den Schaden, der durch euch den armen, blinden und zumeist eben nur durch euch belogenen und betrogenen Menschen ist zugefügt worden, und ihr werdet der Gnade Gottes gewärtig werden!"

Von der freien Selbstbestimmung des Menschen

 [GEJ.01_093,04] … von Mir aus soll nie jemand zu was immer gezwungen werden! Wer Mich annehmen will, der nehme Mich an, und wer Mir und Meiner Lehre folgen will, der folge! Denn Ich und Mein Reich sind frei und wollen daher auch in aller Freiheit errungen sein!
 [GEJ.01_093,05] Vor Mir gilt nur die freieste Selbstbestimmung. Alles, was darüber oder darunter ist, hat vor Mir und Meinem Vater, Der in Mir ist, wie Ich in Ihm, keinen Wert!
 [GEJ.01_093,06] Denn jeder Zwang von irgendwo anders her als aus dem höchst eigenen Herzen ist fremd und kann für jedes Menschen ebenfalls nicht fremdes, sondern allein nur höchst eigenes Leben unmöglich irgendeine Geltung haben in Meiner ewigen, also allerfreiest dastehenden Ordnung.


Seiteninhaber: Helmut Betsch   Bleiche 22   74343 Sachsenheim   Email: helmut.franz.sehel [aet] t-online.de

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