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Jakob Lorber, Naturseelenvereinigung, Bestimmung der Geschöpfe

Leseproben des Propheten Jakob Lorber

Das Beispiel einer Naturseelenvereinigung

 [GEJ.10_180,15] (=Großes Ev. Johannes) Bei dieser Gelegenheit ersah man eine flüchtige Gazelle, wie sie von einem Schakal verfolgt wurde. In kurzer Zeit hatte der Schakal die Gazelle eingeholt und sich an ihr sein Morgenmahl bereitet, und hatte, etwa fünfhundert Schritte von uns entfernt, eben nicht lange zu tun, mit seinem erjagten Morgenmahle fertig zu werden. Darauf begab er sich ganz langsam weiter gegen Süden hin, um sich irgendwo vielleicht noch ein Mittagsmahl zu erjagen.
 16 Aber da flog ziemlich hoch in der Luft ein arabischer Riesenaar, der ersah aus seiner Höhe bald den schleichenden Schakal, stieß aus seiner Höhe pfeilschnell auf ihn nieder und trug ihn trotz allen Sträubens hoch in die Luft empor. Dann ließ er ihn eben auf eine Stelle fallen, die weithin sehr steinig war. Begreiflicherweise gab das dem Schakal den Tod, und der Adler sank bald herab und überzeugte sich, daß der Schakal wirklich tot war, nahm ihn abermals in seine Krallen und flog mit ihm südwärts zu einem günstigen Punkt, an dem dann der Schakal samt seiner aufgezehrten Gazelle dem Riesenaar zum Frühstück dienen mußte.
 GEJ.10_185,01 (Der Herr:) "Du hast noch gesehen, wie der Riesenaar sich am Ende des schon mit der Gazelle gesättigten Schakals bemächtigt hat, mit ihm in die Höhe flog und ihn dann auf einen steinigen Boden herabfallen ließ, bei welcher Gelegenheit dieses Raubtier auch seinen sicheren Tod fand, darauf aber von dem Aar wieder ergriffen und weit nach Süden hin getragen wurde, wo der Aar zwischen den Steinfelsen sein Nest und Domizil hatte. Dort mit seiner Beute angekommen, ließ er sie abermals, da sie ihm schon etwas zu schwer wurde, von einer ziemlichen Höhe hinabfallen.
 02 Die Beute aber prallte gegen eine Felsenwand und fiel in eine ziemlich tiefe Talschlucht hinab. In dieser Talschlucht weideten arabische Hirten ihre spärlichen Herden und ersahen bald, wie sich der Riesenaar, als ein diesen Hirten bekannter Feind ihrer Herden, stets mehr und mehr in die Tiefe herabsenkte, um seine ihm zu tief ins Tal hinabgefallene Beute zu holen.
 03 Als die Hirten solches merkten, spannten sie sogleich ihre Bogen und zielten nach dem sich stets tiefer herabsenkenden Aar, und als er nach ihrer Berechnung tief genug herunter kam, schossen sie ihre Bogen mit den scharfen Pfeilen los, - und siehe, der Aar ward von drei Hirten wohl getroffen, fiel tot in die Talschlucht und ward als eine ordentliche Siegestrophäe von den Hirten in Empfang genommen. Der arme Schakal mit seiner Gazelle aber liegt noch zwischen den niederen Felsen, in die er hinabgefallen ist, und wird erst nach einiger Zeit von andern Raubvögeln verzehrt werden.
 04 Und nun sieh her! Da vor der Tür steht schon eine Menschengestalt, wie die eines Kindes, und wartet, bei einer nächsten Zeugung in den Leib einer Mutter aufgenommen zu werden. Und hinter dieser Seelenerscheinung siehst du eine Lichtgestalt; das ist schon dieser Seele jenseitiger Geist, der dafür Sorge tragen wird, daß diese - gegenwärtig noch - Naturseele bei der allernächsten Gelegenheit in einem Mutterleibe versorgt (eingezeugt) wird.
 05 Und nun hast du auch das gesehen, wie aus den letzten drei, schon vollkommenen Tierstufen - freilich mit vielen tausend Vorangängen - eine Menschenseele zum Vorschein gekommen ist.
 06 Es wird davon ein männliches Kind zur Welt geboren werden, aus dem, so es wohl erzogen wird, ein großer Mann werden kann. Das Gemütliche (Gemütvolle) der Gazelle wird sein Herz regieren, das Schlaue des Schakals seine Vernunft und das Kräftige des Riesenaars seinen Verstand, seinen Mut und seinen Willen. Sein Hauptcharakter wird ein kriegerischer sein, den er aber durch sein Gemüt und durch seine Klugheit mäßigen und also ein sehr brauchbarer Mensch in was immer für einem Stande werden kann. Wird er aber ein Krieger, so wird er zwar auch durch seinen Mut Glück haben, aber ebenfalls eine Beute der andern kriegerischen Waffen werden.
 07 Damit du das Kind aber gleich von der Geburt an beobachten kannst, so wird dein irdischer Nachbar schon im nächsten Jahre als sein Vater auftreten können.
 08 Und nun weißt du alles, und Ich habe dir nun etwas gesagt und gezeigt, was Ich bis jetzt noch keinem Menschen in der Art gesagt und gezeigt habe.

Die Bestimmung der Geschöpfe

 [GEJ.06_053,06] Die Formen aber beginnen schon vom Steine angefangen durch alle Mineralreiche hindurch übergängig zum Pflanzenreich, durch das gesamte Pflanzenreich wieder übergehend ins Tierreich und durch dieses hindurch bis zum Menschen und sind Aufnahmegefäße vom Leben aus Gott.
 07 Jede Form entspricht einer gewissen Intelligenz. Je einfacher jene ist, desto einfacher und geringfügiger ist auch die ihr innewohnende Intelligenz; je ausgebildeter und ausgebreitet zusammengesetzter aber du dann eine Form erschaust, desto mehr Intelligenz wirst du in derselben auch finden.
 08 Nimm zum Beispiel einen nackten Regenwurm an, und du wirst aus seinem Tun leicht erkennen, daß seine höchst geringe Lebensintelligenz mit seiner Form ganz im Einklange steht; betrachte dagegen die schon sehr komplizierte Form einer Biene, und du wirst daraus auch die um sehr vieles höhere Intelligenz in der Lebensform dieses Tierchens finden! Und so steigert sich das bis zum Menschen herauf.
 09 Da diese Formen aber nur zeitweilige Sammler und Träger eines sich stets mehr befestigenden und intelligenter werdenden Lebens sind, und da dieses im steten Aufsteigen begriffene Leben auch nach dem Maße und Verhältnisse der größeren Vereinigung der früheren, einfacheren Lebensintelligenzen die früheren Formen verläßt, so liegt nach dem wohl wenig daran, was mit der lebensleeren Form, die nichts als eine organisch-mechanische und für den Zweck der ihr innewohnenden Lebensintelligenz wohleingerichtete Hülse war, fürder geschieht. Ob also nun diese Fische von uns Menschen oder von anderen Tieren verzehrt werden, so beirrt das die große Absicht des Schöpfers nicht im geringsten, und der Endzweck des Lebens wird dennoch unvermeidbar erreicht.
 10 Daß aber in den lebensleeren Hülsen Nährteile sich befinden, ist bekannt, und es geht durch das wechselseitige Aufzehren der lebensleeren Formen auch das Edlere wieder in ein anderes Leben über, und so siehst du hier auf dieser Erde durch den ganzen, großen Kreis der Geschöpfe einen fortwährenden Kampf und Lebensumtausch bis zum Menschen herauf.
 11 Aber selbst des Menschen äußere Form, die da ist sein Leib, hat nur so lange einen Wert, solange sie von der allein lebendigen Seele bewohnt wird. Ist die Seele einmal reif geworden, dann verläßt sie für ewig den Leib, und dieser wird verzehrt. Da ist es dann ganz gleichgültig, von wem oder durch was. Was an ihm noch Substantielles und der Seele Angehöriges ist, das wird der Seele auch wieder gegeben; alles andere geht wieder als Nährstoff in tausend andere geschöpfliche Lebensformen über. Da hast du in aller Kürze eine gründliche Darstellung alles dessen, worüber du dir so viele Gedanken vergeblich gemacht hast. - Verstehst du dieses nun wohl?"

Über die Sprache der Tiere

Des Tiersprachkundigen Nubiers Unterhaltung mit dem Esel des Markus

 [GEJ.04_260,01] Sagt der alte Markus zu Mir: "Herr, soll ich wohl einen Esel, aber einen von meinen ganz natürlichen, hierher stellen? Denn die zwei neu geschaffenen könnten da zu einem Vorurteile Anlaß geben!"
 [GEJ.04_260,02] Sage Ich: "Ja ja, tue das; denn es wird daraus noch eine gar wichtige Lehre gefolgert werden!"
 [GEJ.04_260,03] Schnell entfernte sich Markus, brachte ein Eselmännlein zu uns und sagte etwas lächelnd zum Schwarzen: "Da wäre so ein Weltweiser; tue nach deinem Gutdünken mit ihm!"
 [GEJ.04_260,04] Da berief der Schwarze seinen Diener. Dieser richtete sogleich in seiner dem Eselsgeplärre ähnlichen Weise allerlei Fragen an das Tier, und siehe da, das Tier gab ihm eine Menge Dinge von dem Haushalte des Markus kund, wie auch von seinem früheren sehr rohen Besitzer, dessen Namen und noch so eine Menge der überraschendsten Daten, um die sonst der schwarze Diener nicht leichtlich hätte wissen können, was den Markus im hohen Grade frappierte. Endlich gebot der Diener dem Esel, ihm zu Gefallen dreimal um unsern Tisch zu laufen und am Ende siebenmal recht laut sein ,J-a' hören zu lassen. Und sogleich befolgte das der Esel und entfernte sich darauf von selbst.
 [GEJ.04_260,05] Darauf fragte der schwarze Anführer unsere Gesellschaft, ob das nun wohl auch eine kaum glaubbare Fabel wäre.
 [GEJ.04_260,06] Da sagte der nicht genug staunen könnende Cyrenius: "Nein nein, Freund, Fabel ist das keine; aber beinahe möchte ich nun schon zu glauben anfangen, daß auch unser berühmter Fabeldichter Äsop mit den Tieren hat reden können! Herr, da ist ja schon wieder eine neue Tugend der Schwarzen, von der wir früher keinen noch so schwachen Dunst hatten! Ja, wenn das so fortgeht, da werden wir mit den Schwarzen noch lange nicht fertig werden! Es kommt immer besser, immer unglaublicher und unerklärlicher! In den Büchern eurer Schrift las ich wohl einmal von einem Esel, der mit seinem ihn zu sehr mißhandelnden Propheten namens Bileam geredet habe; aber was ist das gegen das, wo dieser Schwarze sich nun von diesem ganz harmlosen Esel dessen ganze Biographie ganz klassisch hererzählen läßt! Und daß es keine Dichtung des Schwarzen war, das bezeugte der alte Markus!
 [GEJ.04_260,07] Es ist das, dies und jenes, schon ganz gut und recht, und ich habe da gar nichts dawider, wenn ich bei all dem, was ich nun schon alles für weise Lehren vernommen habe, mir diese neue wunderbare Erscheinung nur ein wenig versinnlichen könnte, wie es möglich ist, sich mit den Tieren sprachlich zu verständigen! Es wird an solcher Kunde des Menschen Heil wohl auch nicht gelegen sein; aber da die höchst sonderlich wunderbare Erscheinung, von rein menschlicher Seite ausgehend, einmal da ist, so möchte ich das Wie- und Wodurch möglich denn doch ein wenig näher erkennen! Wie können sich die Tiere mit dem Menschen sprachlich verständigen, und wie der Mensch mit den Tieren? - Herr, gib uns darüber nur so einige ganz kurze Winke!"
 [GEJ.04_260,08] Sage Ich: "Menschen, die so etwas vermögen, sind darum nicht vorzüglicher denn ihr, die ihr das nicht vermöget; denn je näher irgendeines Menschen Seele den Tierseelen steht, desto mehr solches Vermögens, mit denselben sich zu verständigen, besitzt sie natürlich in ihrem lebensordnungsmäßigen, vollreinen Zustande. Verfleischt sie sich zu sehr, so ist es dann auch aus mit den besonderen Eigenschaften, und die finsteren Gesetze der Materie treten dann an ihre Stelle, und der Seele schadet dann auch alles, was nur immer dem Fleische schaden kann."

Das Wachstum der menschlichen Außenlebensphäre

 [GEJ.04_261,01] (Der Herr:) "Aber es bedarf zu dem Vermögen, sich mit den Tieren vollkommen zu verständigen, nicht gerade der Mohren. Auch die Weißen können das erlangen, wenn sie sich vollkommen gereinigt haben. Ist einmal eine Seele ganz rein und somit auch ganz gesund und kräftig, so fängt sie an, den Überfluß ihrer Außenlebenssphäre gewisserart über die Grenzen ihres Leibes hinauszuschieben, und das stets um so weiter, je lebensgediegener sie in sich selbst geworden ist.
 [GEJ.04_261,02] Es ist dies ungefähr also zu nehmen, als so sich jemand von euch eine noch matt glühige Kohle vorstellte in einer ganz finsteren Kammer. Die Kohle wird nun kaum so viel Lichtes in ihrer allernächsten Nähe um sich verbreiten, daß man sie mit genauer Not ersehen wird, wo sie liegt. Bläst man die sie verfinsternde Asche als gewisserart Seelenmaterie von ihrer Oberfläche hinweg, so wird ihr Licht um sie schon so stark und so weithin ausströmen, daß man ihre nächste Umgebung schon ganz gut wird ausnehmen können. Verstärkt man das Gebläse noch mehr und mehr, so wird aus ihrer schon lichtglühenden Oberfläche sich schon so viel Lichtes auszubreiten anfangen, daß man schon zur Not in der ganzen Kammer die darin befindlichen Gegenstände recht klar wird auszunehmen anfangen. Wird die Kohle dann erst ganz weißflammenglühig gemacht, so wird es dadurch schon in der ganzen Kammer ganz gut helle werden, und man wird nun schon alle Sachen in derselben zur Genüge erleuchtet auch ihren Farben nach reiner ausnehmen können.
 [GEJ.04_261,03] Also steht es auch mit der puren Seele. Die glühige, mit Asche umlagerte Kohle gleicht einer ganz ins Fleisch verwachsenen Seele. Sie braucht all ihr mattes Lebensfeuer nur zur Bildung ihrer sie umlagernden, finsteren Materie; da ist es sonach mit der Bildung einer Außenlebenssphäre soviel als nichts! Und solch eine sehr materielle Seele kann unmöglich je von einer besonderen und höheren Eigenschaft etwas verspüren. Da ist es nichts mit der Meisterschaft über alle Kreatur, ebenso nichts mit dem Schauen in die Sphären des seelischen Lebensbereiches, nichts mit dem Vernehmen einer innern Geistesstimme und noch viel mehr nichts mit einem Verstehen der Tier- oder gar Pflanzensprache, - lauter Dinge, die den Altvätern so bekannt waren wie euch die aller bekannteste Außenform eines Dinges oder irgendeiner Sache. Denn was sollte doch der Seele geistige Außensphäre als lebendig beleuchten, wenn sie als selbst leuchten sollend nicht so viel des Lebensleuchtäthers über sich hinausbringt, daß sie sich selbst erschauete, daß und wie sie ist?!
 [GEJ.04_261,04] Solch eine Seele weiß am Ende von ihrem eigenen Dasein kaum etwas, kennt ihre Unterlage durchaus nicht, und hört sie irgend Geistiges über sich, so widert sie solches an; sie erschrickt bis zu einer Art Ohnmacht, so sie nur etwas erschaut, das irgend eines Abgeschiedenen Seele ähnlich sieht, und verzagt beim Anblick großer Wunder. Was soll es mit solch einer Seele?
 [GEJ.04_261,05] Ah, wenn aber eine Seele, nachdem sie von irgendwoher entweder durch eine verbürgte Nachricht oder durch Selbstüberzeugung geistig angeweht worden ist und gleich der vorbezeichneten Kohle lebensglühig wird, da fängt sie auch schon an, sich fürs erste einmal als Seele seiend zu fühlen und ihren Grund zu erkennen, auf dem sie basiert. Werden die Anwehungen stärker und stärker, so wird sie, als selbst stets mehr Licht und Licht, ihr Selbstisches stets heller, reiner und von der Materie unterscheidlicher erkennen, und es wird ihr Licht schon anfangen, über sie hinauszureichen und ihre Außenlebenssphäre zu erhellen.
 [GEJ.04_261,06] Je heftiger und unausgesetzter aber dann die geistigen Lebenswinde die Seele anfachen, desto lebensweißglühender und weiter über sich hinaus leuchtender und heller wird auch die Außenlebenslichtsphäre der Seele, und was dann in solche seelische Außenlebenslichtsphäre tritt, das wird auch seelenlebensdurchleuchtet und von der leuchtenden Seele bald und leicht völlig erkannt und bestens beurteilt.
 [GEJ.04_261,07] Hat es eine Seele einmal für sich zum möglich höchsten Lichte, also vergleichlich zur flammenden und weißglühenden Kohlenglut gebracht, so wird ihre Außenlebenslichtsphäre, als allein von der Seele ausgehend, auch die möglich weiteste und intensivste Ausbreitung erreicht haben, mittels welcher sie dann schon als Beherrscherin aller Kreatur dasteht, weil sie sich mittels solcher ihrer Außenlebenslichtsphäre schon in eine vollkommen intelligente und kräftigst wirksame Korrespondenz mit aller ihr in rechter Nähe stehenden Kreatur setzen kann."

Der Zweck des Kampfes in der Natur

 [GEJ.10_184,01] (Der Herr:) "Deine Frage besteht aber eigentlich darin: warum Ich solche Feindseligkeiten auf einem Weltkörper, wie diese Erde einer ist, zulasse. Und Ich sage dir darauf, daß es außer dieser Erde eine zahllose Menge von viel größeren Erdkörpern gibt, und du wirst auf ihnen entweder gar keine oder nur höchst wenige der diesirdischen Feindseligkeiten unter den Kreaturen antreffen.
 [GEJ.10_184,02] Ja, warum denn das gerade auf dieser Erde? Und Ich sage dir: Weil eben die Menschen dieser Erde ihrer Seele und ihrem Geiste nach also gestellt sind, daß sie Kinder Gottes werden können, wodurch sie dann eben dasselbe vermögen, was Ich Selbst vermag, darum es denn auch schon zu den Alten ist gesagt worden durch den Mund der Propheten: ,Ihr seid Meine Kinder und somit Götter, wie Ich, als euer Vater, Gott bin!'
 [GEJ.10_184,03] Um aber eine Seele so zu stellen, so muß sie, wie man zu sagen pflegt, nach einer langen Reihe von Jahren aus einer Unzahl von Seelenpartikeln aus dem Reiche aller Kreaturen auf dieser Erde gewisserart zusammengefügt werden, und es ist dieses Zusammenfügen der oft endlos vielen Kreaturseelen eben das, was die alten Weisen, die davon wohl Kenntnis hatten, die ,Wanderung der Seelen' nannten.
 [GEJ.10_184,04] Die äußeren materiellen Formen der Kreaturen verzehren sich wohl gegenseitig, dadurch aber werden viele in den Kreaturen wohnende Seelen frei, und es vereinigen sich die gleichartigen und werden in eine nächste, höhere Stufe wieder in eine materielle Form eingezeugt, und so fort bis zum Menschen.
 [GEJ.10_184,05] Und wie es mit der Seele geht, so geht es auch mit ihrem jenseitigen Geiste, der der eigentliche Erwecker, Fortführer, Bildner und Erhalter der Seelen ist bis zur Menschenseele, die dann erst in ihre volle Freiheitssphäre tritt und sich selbst in der moralischen Hinsicht weiter fortzubilden imstande ist.
 [GEJ.10_184,06] Wenn die Seele sich bis zu einem gewissen Grade der geistigen Vollkommenheit durch sich selbst erhoben hat, dann erst vereinigt sich ihr jenseitiger Licht- und Liebegeist mit ihr, und der ganze Mensch beginnt von da an, Gott in allem ähnlicher und ähnlicher zu werden; und wird dann der Leib von der Seele genommen, so ist sie dann schon ein vollkommen gottähnliches Wesen und kann aus sich heraus alles ins Dasein rufen und auch weise erhalten.
 [GEJ.10_184,07] Das, was Ich dir jetzt gesagt habe, findet aber nur auf dieser Erde statt und auf keinem andern Weltkörper sonst in solch überschwenglicher Fülle wie eben auf dieser Erde, und wer Verstand hat, der verstehe es aus dem Grunde: Weil diese Erde eben Meinem Herzen entspricht, Ich Selbst aber auch nur ein Herz und nicht mehrere Herzen besitze, so kann es auch nur einen Weltkörper geben, von Mir aus gestellt, der Meinem Herzen und zwar dessen innerstem Lebenspunkte völlig entspricht.

Soweit einige Stellen aus dem Original Text. Weitere Stellen finden sich im Großen Evangelium Johannes (GEJ),
hauptsächlich in den Bänden 4, 5, 6, 8, 9 und 10. Hier einige Beispiele:
GEJ.04_117   Ein Seelensubstanzkneuel
GEJ.04_148-151   Der tödliche Fall/ Vorkreaturen
GEJ.04_216   Vom Einfluß auf die Haustiere
GEJ.05_098   Die Selbstbestimmung der Seele
GEJ.06_133  Von der Seelenlehre
GEJ.06_165,11   Die Bestimmung der Tierseelen
GEJ.10_021-022   Die Seelensubstanz


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